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AUSZUG AUS DEM ALTEN

Wenn auf der Nordhalbkugel unseres Heimatplaneten Erde die Tages- und Nachtgleiche ansteht, dann erwachen die Bären aus ihrem Winterschlaf. Erste Wildkräuter - unter anderem der BÄRLAUCH mit seiner reinigenden und erweckenden Wirkung - zeigen sich als Boten der Naturkräfte und landen im besten Fall täglich frisch auf unserem Menu. Wir genießen die steigende Kraft der Sonne und lächeln wieder öfter gen Himmel.

 

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Keltische Bräuche zu OSTARA (besagtes Äquinoktium und eines der acht Feste im Wicca-Jahreskreis) erzählen vom Start in den Frühling und dem Ende der dunklen Jahreszeit. Wer sich im Winter ausreichend Zeit für die bewusste Arbeit mit seinem Innenleben - der tiefen Ursprünge allen Seins - genommen hat, der steht nun rundum erneuert am "Höhlenausgang" und fit für neue Abenteuer in der Welt. Der Adler verlässt nach der Runderneuerung das Versteck und steigt auf in neue Höhen. Gen Osten, wo die Sonne jeden Tag mit neuer Kraft wiedergeboren wird, finden sich Licht, Fruchtbarkeit für das neue Jahr und die bevorstehenden Projekte.

 

Ostara ist der Name der germanischen Göttin des Frühling. Sie ist Botin der Fruchtbarkeit und sendet ihre wärmenden Sonnenstrahlen auf die Erde. Ostara symbolisiert Wachstum, Erwachen, Licht und Wiedergeburt. Die Göttin versinnbildlicht die Auferstehung der Natur und das Erwachen der neuen Kräfte. Ostara ist der Tag des Äquinoktiums (Tages- und Nacht-Gleiche) oder des ersten Frühlingsvollmondes. Das Symbol von Ostara ist das Ei, ihr Krafttier der Hase. Dabei geht die Sage um, das Jäger der Ostara - Göttin der Morgenröte - derart auf der Spur waren, dass sie vom Oberzauberer zum Schutz in einen Hasen verwandelt wurde. Seither fliegt Ostara zu Ostern über die Lande und verteilt überall bunte Eier.

 

Das erstarkende Licht wirkt sich positiv als die Seele und unsere Körper aus, erfüllt uns mit Energie, guter Laune und Optimismus. Das neu entfachte innere Feuer wird auch durch sogenannte Osterfeuer in der Nacht vom Karsamstag auf den Ostersonntag symbolisiert. Alte Glaubenssätze, aussortierte Papiere, beim Aufarbeiten von emotionalen Wunden vollgeweinte Taschentücher oder sonstige Symbole für schwierige vergangene Zeiten gehen in den Flammen auf und erlösen die Energie, um sie für die kommenden Wochen und Monate voller Taten und Erfolge zur Fair-Fügung zu stellen. So ist Ostern eine Hilfe bei der Umsetzung neuer Projekte und schenkt uns lichtvolle Gedanken, Gefühle, Gewissheiten. Auch der Gang durch die Natur, die überall erblühenden ersten Wildpflanzen und der frische Wind im Wald zeugen von der erwachten Fülle und dem achtsamen Umgang mit dem jedem zustehenden Reichtum des SEIN.

 

Ostara ist auch die Göttin des Ackerbaus. Daher begehen Landwirte zu ihrem Ehrentag die Ackerweihe. Dazu werden an den vier Ecken der Felder Pfefferminze, Weidenbaum-Äste, Kräuter und Schlüsselblumen verstreut. Kerzen werden in die Erde gesteckt. Es wird für gutes Wetter und eine reichhaltige Ernte gebetet. Die Ostereier symbolisieren die Fruchtbarkeit, der Hase die Fortpflanzung. Alles in allem geht es um die tiefe Anbindung an die Lebenszyklen von Mutter Natur und Vater Kosmos - in Demut und Erleichterung über die neuerwachten Energien und die expansive Stimmung in uns!

 

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Im jüdischen Brauchtum wird zu Frühlingsbeginn das traditionelle Wochenfest Pessach gefeiert. Es erinnert symbolisch an den Exodus - also den Auszug aus Ägypten und somit die Befreiung aus der Sklaverei. Vom höheren SELBST bestimmt seine Bestimmung finden und ihr folgen, statt fremdbestimmt unter unmenschlichen Bedingungen sein Dasein fristen - so würde ich die Energie im Pessach beschreiben. Wenn im hebräischen Kalender der Frühlingsmonat NISSAN am 15. Tag angekommen ist, beginnt das Wochenfest. Da im hebräischen Kalender der Monatsbeginn auf den Neumond festgelegt ist, liegt der 15. Nissan am Frühlingsvollmond. Ein Vollmond am 31.03.2018 um die europäische Mittagszeit bedeutet im hebräischen Kalender, dass Pessach 5778 am Vorabend - also am diesjährigen Karfreitag - mit Sonnenuntergang beginnt. Dann wird 8 Tage der AUSZUG AUS ÄGYPTEN durch Rituale und Feiern in Gedanken und Energie nachempfunden. Aufgrund der Eile damals war es zum Beispiel unmöglich, Brot säuern zu lassen, weshalb es zu Pessach 8 Tage lang nur ungesäuertes Brot zu essen gibt. 

 

2018 fällt der Beginn von Pessach auf Shabat - dem heiligen Wochen-end-tag in der jüdischen Tradition. Energetisch ergibt dies einen Resonanzeffekt und damit noch größere Potentiale für die persönlichen Wandelprozesse. Unsere eigenen Befreiungserfahrungen können in diesem Zusammenhang und beim Eintauchen in das morphogenetische Felder der Traditionen unterstützt und potenziert werden. Im Anschluss an den ersten Festtag des Pessach beginnen sieben Wochen des OMER zählens. In meiner Erfahrung sind diese 49 Tage, in denen entsprechend der Kabbalah 7 der insgesamt 11 Sphären des Lebensbaumes genauer betrachtet werden, wie eine spirituelle Masterarbeit. Wesentliche Werte der menschlichen Existenz werden in ihrer Alltagstauglichkeit geprüft und durch tägliches Studium und Meditation tiefgreifend fair-ankert. 

 

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Für die Christen berechnen sich die Kalenderdaten rund um die Legende von Kreuzigung und Auferstehung von Jesus Christus basierend auf dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang. Dabei wird nicht die korrekt astrologische Tages- und Nachtgleiche sondern immer der 21. März als Bezugspunkt genutzt. Der Sonntag, der auf den ersten Frühjahrsvollmond folgt, wird als Ostersonntag bestimmt.  2018 ist am 31.03.2018 Vollmond (sogar ein Blaumond) und somit gilt der 01. April als Ostersonntag. Der Sonntag davor wird als Palmsonntag begangen und erinnert an den Einzug in die heilige Stadt Jerusalem, wobei die Energie dieser Stadt heutzutage auch in anderen Regionen weltweit zu finden ist. In der Karwoche folgen dann der Gründonnerstag mit letztem Abendmahl und der Fußwaschung der Jünger. Die darauffolgende Nacht im Garten Gethsemane und die tantrische Begegnung mit der ISIS-Eingeweihten Maria sowie den verschlafenden Jüngern wird heutzutage weniger ins Licht gerückt, obwohl in diesem Zusammenhang viel Symbolkraft darauf hinweist, dass der Kreuzweg keinesfalls "Leiden und Sterben" im Opfer-Sinn sondern vielmehr die Vervollkommnung des Christusbewusstsein darstellt. So steht für mich der Karfreitag ganz im Zeichen der Kreuzigung als Erlösung. Die anschließende Zeit der Trauer dient als Abschiedsprozess vom "Alten". Hier liegt für Jeden die große Chance, jedes Jahr tatsächlich die eigenen bewusstseinserweiternde Prozesse zu gestalten und in Synchronizität zu intensivieren. Aufräumen, Ausmisten genauso wie Abschied von vergangenen Lebensabschnitten, Freundschaften und Heilungsprozessen sind an diesem Wochenende spürbar. Die grundlegende Tatsache, dass nach dem Abschluss einer Etappe Platz, Kraft und Energie für neue Abenteuer und Herausforderungen ist, lässt mich an Ostern immer wieder lächeln und bewusst kein Jammern oder gar Kummer aufkommen!

 

Der Sage nach wurde der Leichnam am Freitag Abend vom Kreuz genommen und in eine Höhle gelegt. Drei Tage später war besagte Höhle aber leer, weshalb unterstellt wird, das Jesus am Ostersonntag auferstanden ist. Am Ostermontag sei er zwei Jüngern erschienen, die dann ebenso wie die Frauen, die in der Höhle der unverhofften Wende des Schicksals gewahr wurden, in der Gegend über das Geschehene Kunde taten. Die Auferstehung entspricht in meiner Wahrnehmung einem Dimensionen- oder Quantensprung im Bewusstsein. Nach Vollendung der irdischen Herausforderungen war besagter Jesus komplett eingetaucht in die Christusenergie und schwebt mit seiner Essenz im endlosen Bewusstsein - ohne Zeit und ohne Raum! Heute und hier kann jeder für sich schauen, ob er von solchen Erlebnissen Kenntnis hat und davon berichten kann, denn wie bei einer Nahtoderfahrung oder beim Übergang zwischen den Welten (z.B. bei unserer Geburt oder unserem Tod) gilt es, die Erfahrung, die Stille und den unendlichen Frieden aus der Grenzenlosigkeit immer mehr in das irdische Dasein zu integrieren. Irgendwann werden wir als Menschen (homo sapiens sapiens) unser SEIN in beiden Wahrnehmungsebenen als Ergänzung und sinn-erfüllte Bereicherung empfinden.

 

Zur Abrundung ist noch zu erwähnen, dass die Festlegung der Kalendertage rund um diese Ostergeschichte noch weitere Feiertage im Gregorianischen Kalender in vom christlichen Glauben durchströmten Ländern beinhaltet: 

 

Aschermittwoch (40 Tage vor Karsamstag)

Palmsonntag (7 Tage vor Ostersonntag)

Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag, Ostermontag

Christi-Himmelfahrt - Vatertag (39. Tag nach Ostersonntag)

Pfingsten - Ankunft des Heiligen Geistes (49. + 50. Tag nach Ostersonntag)

Fronleichnam (60. Tag nach Ostersonntag)

 

Im aktuellen 2018 erleben wir am Karsamstag zudem einen BLAUMOND, d.h. einen zweiten Vollmond im Monat März. Dieser Vollmond im Sternzeichen Waage bringt uns die Nachricht: "Die Reise ist unser Schicksal." Dabei geht es um die Balance zwischen dem Wunsch nach Beziehungen und der Authentizität unserer Unabhängigkeit. Zeit für Innenschau (mit Merkur rückläufig) und Offenheit für Gemeinschaft, Qualität in unserem SEIN sowie die wachsende Klarheit unserer tatsächlichen Wünsche und Bedürfnisse - mitten in der Erlösungsenergie ein kraftvoller Höhepunkt im Mondzyklus! Ein guter Wegweiser für die Frage nach Wert einer Beziehung ist unsere eigene Authentizität: "kann ich SEIN, wer ich bin, wenn ich mit diesen (m) Menschen Zeit fair-bringe?" Letztlich sind wir nur uns SELBST gegenüber fair-pflichtet. Es ist unsere Ei-gen-fair-antwort-ung, wie wir die uns geschenkten Momente in diesem Leben / dieser Dimension für sinn-erfüllte Momente nutzen. Tief durchatmen, STILLE und dann nach Ostern neu durchstarten!

 

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Auf der Südhalbkugel läutet Ostara das Ende des Sommers ein und bezeugt im ganzheitlichen Blick, dass es zu jedem Punkt und jeder Meinung auch jeweils genau das Gegenteil gibt und geben darf. Zu jedem Lichtpunkt gehört ein Schatten und ohne Dunkelheit könnte Licht wohl kaum erkannt werden. Die angeblichen Gegensätze sind Komplementäre und immer und überall Erklärungsmodelle unseres präfrontales Cortex. Die menschliche Ratio möchte sooo gern verstehen und stößt doch an ihre Grenzen. Wenn wir mit der Energie der aktuellen Übergänge in uns verankern können, dass es keine unüberbrückbaren Gegensätze gibt sondern das selbige höchstens eine dramatische Inszenierung unserer falsch verstandenen Ängste sind, dann können wir zueinander finden und im ganzheitlichen Frieden die Herausforderungen unserer Zeit als Geschenke annehmen und mit ihnen wachsen ;)